Gemeine Baldachinspinne (Linyphia triangularis)

Ab Ende August sind in Deutschland die Baldachinspinnen in großer Menge zu beobachten. Es sind wahrscheinlich die häufigsten Spinnen in Deutschland und mit mehr als 400 Arten auch in Europa. Fast jede zweite heimische Spinnenart gehört zur Familie der Baldachinspinnen (Linyphiidae), wobei die gemeine Baldachinspinne (Linyphia triangularis) die mit Abstand häufigste und eine der größten Baldachinspinnen in Deutschland ist. Die meisten anderen Baldachinspinnen sind sehr kleine und unscheinbare Spinnen.

Baödachinspinne im Netz
Weibchen der Baldachinspinne

Die gemeine Baldachinspinne ist häufig auf Wiesen und an Waldrändern zu beobachten. Feuchtere, nicht so helle Umgebungen nutzt sie gern. Immer tritt sie in größeren Beständen auf. Früh morgens kann man im Herbst ihre weiten Netze gut erkennen.

Baldachinspinnen bauen komplexe Raumnetze, die  - Netz an Netz- oft ganze Wiesen bedecken können. Diese Netze bestehen aus mehren Ebenen und bieten einen sehr guten Schutz gegen Angreifer. Sie sind immer parallel zum Boden gesponnen und zeigen kein typisches Muster, wie wir es von Radnetzspinnen her kennen. In diesem baldachinähnlichen Netzkonstrukt (daher der Name der Spinnenfamilie) hängt die Baldachinspinne immer mit dem Rücken nach unten. In dem Netz kann sie sich sicher und schnell bewegen. Das Netz verlässt sie freiwillig nie, denn außerhalb des Netzes kann sie sich nur schwer fortbewegen, da ihr Körper zu schwer für ihre Beine ist.

Männchen der Baldachinspinne
Männchen der Baldachinspinne

Das Netz der Baldachinspinne wird sehr aufwendig von ihr hergestellt. Dazu sucht sie einen höheren Ausgangpunkt und lässt sich mit einem Faden schräg fallen. Nachdem sie zurück geklettert ist wieder holt sich dies so lange, bis ein Raumnetz mit einem spitzen Dach entsteht. Unter diesem zieht sie dann eine waagerechte Netzdecke ein, unter der sie sich später bewegt. An den Seiten wird das Netz noch mit Fäden befestigt. Durch dieses Konstrukt sind die Netze der Baldachinspinne sehr stabil und die Spinne ist gut geschützt gegen Angriffe von oben. An der Gespinstdecke findet sich kein Schlupfwinkel. Baldachinspinnen bauen also echte dreidimensionale Netze, während die Radnetzspinnen immer auf eine Raumebene beschränkt bleiben.

Männchen und Weibchen der Baldachinspinne sind mit 6-7mm ungefähr gleich groß. Allerdings sind die Weibchen deutlich kräftiger gebaut (sieht Fotos). Beine und Vorderkörper beider Geschlechter sind braun-gelblich.  Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist die kleine, dunkle nach vorn offene Gabel auf dem Vorderkörper, welche nach hinten in einem breiten Band endet. Ihre 8 Augen sind in 2 Querreihen angeordnet.

Die Männchen besitzen weit abstehende, große Cheliceren (Foto).

Der Hinterleib des Weibchens hat eine helle Grundfärbung. Die hinteren Seiten sind dunkel gefärbt. Auf der Mitte des Hinterleibs ist eine typische gezackte Zeichnung zu erkennen (Foto). Diese Zeichnung ist bei den Männchen meist kaum zu sehen.

Die Baldachinspinne hat eine optimale Färbung angenommen. Ihre Unterseite ist dunkelbraun bis Schwarz und die Körperoberseite ist hell gefärbt. So kann sie die Sonnenwärme besser aufnehmen, da sie ja immer auf dem Kopf im Netz hängt. Vor allem ist sie aber gut getarnt. Von oben ist sie gegen den dunklen Boden kaum zu erkennen und von unten hebt sie sich nur wenig gegen den hellen Himmel ab. Eine ähnliche Tarnung kennt man z.B. vom Königspinguin welcher auch eine dunkle Hinterseite und eine helle Vorseite besitzt und so im Wasser gut getarnt ist.

Oftmals ist die Baldachinspinne vergesellschaftet mit der Herbstspinne anzutreffen. Man kann die beiden anhand der Netze jedoch gut unterscheiden. Die Herbstspinne baut fast senkrechte Radnetze mit freier Narbe.

Die Baldachinspinne nutzt ihr Netz auch zur Jagd. Sich darin verfangene Insekten werden schnell überwältigt und durch die Netzschichten nach unten gezogen, dabei werden sie mit den Leimfäden gefesselt. Das defekte Netz wird meist erst nach der Mahlzeit repariert.

Reife Exemplare findet man zwischen August und Oktober. Die Männchen sind zur Paarungszeit im September oft in der Nähe oder sogar im Netz der Weibchen zu finden. Sie weben meist keine eigenen Netze. Bei der mehrere Stunden andauernden Paarung sitzt das Männchen bauchoben auf dem Weibchen. Auch nach der Paarung lebt das Männchen noch einige Zeit im Netz des Weibchens.

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Braune Laufspinne (Philodromus cespitum)

Die braune Laufspinne gehört zu der Gattung Philodromus, welche einen besonders ausgeprägt flachen Hinterleib und einen fast kreisrunden Vorderkörper besitzen. 16 Arten der Gattung Philodromus sind in Europa heimisch.

Laufspinnen besitzen einen abgeflachten Körper und wagerecht ausgebreitete, gleichmäßig lange Beine. Der abgeflachte Körper der Laufspinnen ist vor allem ihrem Hauptlebensraum, der Baumrinde, geschuldet. Mit den Krabbenspinnen sind die Laufspinnen eng verwandt, dies ist auch an der Beinstellung sichtbar. Auch sind sie in der Lage seitlich und rückwärts zu laufen. Gut unterscheidbar sind die Laufspinnen von den Krabbenspinnen an 2 Punkten:
- die Länge der hinteren Beine entspricht den Vorderbeinen
-
der abgeflachte Körper.

    In Europa sind Laufspinnen mit 25 Arten weit verbreitet, jedoch nicht allzu häufig. Ähnlich wie die Krabbenspinnen leben sie ohne Fangnetz. Aber anders als die Krabbenspinnen (Ansitzjäger) sind sie freie Raubtiere, welche ihre Beute geschickt jagen. Sie sind sehr schnelle Läufer. Oftmals erbeuten sie nur kleine Insekten, z.B. Fliegen.

    Die braune Lauspinne lebt auf kleinen Blättern und Zweigen von Bäumen und Büschen. An Waldrändern, Gärten und kleinen Buschgruppen sind sie oft anzutreffen.  Neben Philodromus Aureolus ist sie die häufigste heimische Flachstreckerspinne. Ähnlich den Springspinnen sind sie sonnenliebend.

    Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 7-8 mm, die Männchen 4-5mm.

    Die Männchen sind dunkelbraun gefärbt, mit einem leichten metallischem Grünschimmer. Die Weibchen sind eher Rotbraun mit einem breiten hellen band auf dem Vorderkörper.

    Die Beine sind breit hell-dunkel geringelt. Auf dem Hinterleib ist ein dunkler Spießfleck sichtbar. Nach vorn besitzen sie 2 kleine Augenpaare mit geringem Abstand zu ihrer Stirn, wobei die Mittelaugen näher zu den Seitenaugen als zueinander stehen. Da ihnen die Zähnchen auf den Chelicerenklauen fehlen, saugen sie ihre Beute „nur“ aus, anstatt sie auch zu zerkauen.

    Bei Gefahr drücken sie sich flach auf den Boden daher auch ihr deutscher Name: Flachstrecker. In ihren Drohbewegungen ähneln sie den Krabbenspinnen, dabei heben sie auch die ersten Beinpaare und bewegen sich auf den Angreifer zu.

    Ähnlich wie die Wolfspinnen trommeln die Flachstrecker vor der Paarung mit ihren Tastern auf den Untergrund, um das Weibchen zu beruhigen und sich gefahrlos nähern zu können.

    Nach der Paarung befestigt die Laufspinne ihren Eikokon auf flachen Blättern oder Rinde und bewacht ihn. Die Jungspinne werden bis zum Herbst ausgewachsen und überwintern unter der Rinde abgestorbener Bäume.

    Reife Exemplare der brauen Laufspinne findet man zwischen Mai und August.

 

Brückenkreuzspinne (Larinioides sclopetarius)

Die Brückenspinne ist vor allem in Gewässernähe anzutreffen. Sie baut ihre Radnetze über oder an den Gewässern. Wie ihr Name schon sagt, bedient sie sich dabei zur Befestigung oftmals Brücken und Geländern. Besonders gern werden mit Brücken mit Beleuchtung besiedelt, da dort nachts sehr große Mengen Insekten fliegen.

Die Brückenkreuzspinne ist in ganz Mitteleuropa heimisch, nicht selten, aber mit geringer Bestandsdichte insgesamt. An Idealstandorten ist ein gehäuftes Vorkommen zu beobachten

Brückenkreuzspinne Weibchen

Die Weibchen der Brückenspinnen erreichen eine Körpergröße von etwas über einem Zentimeter, die Männchen bleiben knapp darunter. Ihre  Zeichnung ist ähnlich wie bei der Schilfradspinne, nur etwas dunkler. Der Körper ist jedoch stärker abgeflacht als bei der Schilfradspinne. Der Vorderkörper der Brückenkreuzspinne ist graubraun und zeigt ein typisches, weiß gerandetes V Muster. Die Muster auf dem Hinterleib sind auch fein weiß gerandet.

Tagsüber verbergen sich die nachtaktiven Spinnen in Nischen oder Ritzen, Schlupfwinkel werden von Ihnen dabei aber nicht gebaut, im Gegensatz zu vielen anderen Radnetzspinnen wie z.B. der Schilfradnetzspinne oder der Vierfleck-Kreuzspinne. Nachts hingegen werden sie aktiv und warten in Ihrem Radnetz auf Beute. Dabei suchen sie im Netz immer die Narbe auf, wie es die meisten Radnetzspinnen tun. Die großen, knapp 70cm umfassenden, sauber gewebten Radnetze sind also nur nachts besetzt und man muss am Tage etwas im direkten Umfeld suchen, um die Brückenspinnen zu entdecken.

Brückenkreuzspinne Aufsicht

Meist sind nur die Weibchen auf Nahrungssuche. Die Männchen sind fast ausschließlich mit der Suche nach einem passenden Weibchen beschäftigt, welchem sie sich dann mit der gebotenen Vorsicht und Technik zur Paarung nähern.

Reife Weibchen sind  das ganze Jahr über zu finden; Männchen fast nur in den Sommermonaten. Die Weibchen sind bis in den November hinein aktiv.

Wenn man eine Brückenspinne findet, entdeckt man dabei oft ganze Kolonien die Netz an Netz leben. Ähnliches ist z.B. auch bei der Herbstspinne zu beobachten, bei der Gartenkreuzspinne hingegen nur extrem selten.

Brückenkreuzspinne frontal

Dornfinger (Cheiracanthium punctorium)

Der Dornfinger ist eine aus dem Mittelmeer eingewanderte Sackspinne. Typischerweise trifft am sie an trockenen Wärmeinseln an. In der Kaiserstuhlregion, Brandenburg und in dem Rhein-Main-Gebiet wird sie häufiger gesehen, steht aber in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Im gesamten Mittelmeerraum ist sie häufig anzutreffen.


Der Dornfinger ist die einzige auch für den Menschen gefährliche Giftspinne Mitteleuropas. Ihr Biss führt zu starken Schmerzen mit Lähmungserscheinungen und Schüttelfrost. Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Spinnenarten können ihre Klauen menschliche Haut leicht durchdringen. Die Symptome können über Wochen anhalten und z.T. kann auch das betroffene, angeschwollene Gewebe nekrotisieren. Meist sind aber Katzen oder Hunde betroffen, welche in dem hohem Gras toben. Besonders zur Paarungszeit im Juli neigen die Dornfinger zu Bissen, natürlich besonders die Weibchen, welche den Eikokon verteidigt am meisten. Nach einem Biss ist meist eine ambulante ärztliche Versorgung ausreichend.

Dornfinger Paar

Die Männchen erreichen eine Körperlänge von 12 mm, die Weibchen von bis zu 16 mm. Damit gehören sie zu den größten Sackspinnen Europas. Der Vorderkörper ist glänzend gelblich, grünlich bis orange gefärbt. Die Cheliceren sind orange-rot mit schwarzen Spitzen, welche beim Männchen stark verlängert sind.

Es sind warme, sonnige Trockenwiesen, welche dem Dornfinger einen geeigneten Lebensraum bieten.


Dornfinger sind vornehmlich nachtaktive Spinnen, welche tagsüber in einem taubeneigroßen, geschlossenen Gespinst zwischen Gräsern verborgen sind. Der geschlossene Gespinstsack wird ca. einen halber Meter über dem Boden, meist gut sichtbar, angebracht.

Dornfinger Weibchen
Weibchen

Die Reifezeit reicht von Juli bis September. In der Paarungszeit leben Männchen und Weibchen gemeinsam in einem Kokon (Foto). Bei der Paarung liegt das Männchen bauchoben unter dem Weibchen. Im Spätsommer produziert das Weibchen einen Eikokon für ca. 100 Eier. Die Jungspinnen verbringen ihre ersten Lebenstage auch noch in diesem Kokon. Dieser Eikokon wird erbittert von dem Weibchen bewacht!

Ähnliche Sackspinnen können gut durch eine rote Zeichnung auf dem Hinterleib unterschieden werden.

Eichblatt-Radnetzspinne (Aculepeira ceropegia)

Diese besonders schöne Radnetzspinne ist in ganz Europa verbreitet. Insbesondere im Bergland (bis ca. 2000m Höhe) ist sie häufig zu entdecken. Man findet sie vorwiegend an sonnigen Plätzen, vor allem auf trockenen Wiesen, aber auch auf größeren Lichtungen. In den Niederungen ist diese Spinnenart inzwischen sehr selten, da es kaum noch Wiesen gibt, die nicht mind. 2x Jahr gemäht bzw. bewirtschaftet werden.

Die Eichblatt-Radnetzspinne ist eine relativ große Radnetzspinne. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 1,6 cm, die Männchen immerhin bis fast 1 cm.Der Hinterleib dieser Art ist recht schmal und typisch gezeichnet. Der Körper hat eine weiss-gelbliche Grundfarbe und ist mit schwarz-grün Linien typisch gezeichnet. Die eichblattartige Zeichnung mit einem eingeschnürten Lanzettfleck gab der Art ihren Namen.

Die Eichblatt-Radnetzspinne baut ihr Netz meist zwischen kräftigen größeren Pflanzen. Sie bildet einen sehr kräftigen Faden, welchen man auch beim "Hineinlaufen" nicht so schnell durchreisst. In Gegensatz zu der Kreuzspinne findet man sie nicht so häufig in ihrem Netz. Sie baut sich meist ein kleines Versteck (Gespinstschleier) auf Höhe des Netzes, in welchen sie sitzt.

Bei einer Störung lässt sich diese Spinnenart schnell zu Boden fallen und ist dann nicht mehr auffindbar. Über einen Faden, welchen sie im Fallen spinnt, gelangt sie schnell wieder zu ihrem Netz zurück. In ihrem Netz baut die Eichblatt-Radnetzspinne eine Gespinstnarbe, auf der sie gut gesehen werden kann und daher leichte Beute für z.B. Vögel ist.

Die Paarung findet im frühen Sommer statt. Die Eier werden in den Gespinstschleier abgelegt, aus dem bald die Jungspinnen schlüpfen. Die jungen Spinnen überwintern und werden im Folgejahr reif.

Fettspinne (Steatoda bipunctata)

Die Fettspinne ist weit verbreitet und überall häufig anzutreffen, allerdings selten zu sehen in ihren dunklen Verstecken. Besonders in Gebäuden oder Schuppen findet man die Fettspinne regelmäßig; aber auch an den Orten wo es für andere „Hausspinnen“, wie die Hausspinne oder Zitterspinne, zu trocken oder warm ist.

In der Natur lebt die Fettspinne an Bäumen unter loser Rinde oder in Felsnischen.

Die Fettspinne wird ihrem Namen gerecht und wirkt immer stark fettig glänzend. Die Körperlänge der Fettspinne liegt zwischen 4 und 8 mm. Vorder- und Hinterleib sind bräunlich gefärbt. Der abgeflachte, Hinterleib zeigt ein helles, breites Längsband in der Mitte. Zudem ist der Hinterleib der Fettspinne an den Außenseiten hell gerandet. Die Männchen weisen sehr große Taster auf.

Fettspinne Weibchen

Ihr Hinterleib besitzt eine sehr feste Haut, welche noch wachsartig überzogen ist. Hierdurch gibt sie kaum Flüssigkeit ab und kann über Monate ohne Flüssigkeitszufuhr oder Nahrung leben.

In Gebäuden jagt die Fettspinne nicht nur kleine Insekten, sondern auch andere Spinnen. Auch die großen Hausspinnen werden häufiger Opfer der kleineren Fettspinne.

Fettspinne Männchen
Fettspinne, Männchen

Die Männchen der Fettspinne besitzen ein ausgeprägtes Zirporgan, mit welchem sie als einzige heimische Spinnenart Geräusche erzeugen können. Die Töne kommen durch reiben der Schrillleisten (parallele Rillen) des Vorderkörpers am Hinterleib zustande.

Dieses Zirpen wird bei der Balz eingesetzt um die Weibchen aus ihrem Schlupfwinkel zu locken. Die Paarung findet auf einem extra dafür vom Männchen hergestellten Gespinst statt, welches bis an das Netz des Weibchens reicht, und dauert einige Stunden. Das Weibchen legt die rosa Eier in kleinen, weißen Kokons in Nestnähe ab. Die Paarung findet im Herbst und Frühjahr statt.

Die Fettspinne baut ein grobes Maschennetz, welches oft in Ecken oder Nischen an Fenstern entdeckt werden kann. Aus diesem Netz hängen einzelne Fangfäden herunter, welche im unteren Bereich mit Klebetropfen versehen sind. Die Fangfäden stehen unter Spannung und ermöglichen es, die Beute durch das Gegengewicht der Fettspinne vom Boden hochzuziehen. Oftmals schnellt die Beute man Faden in das Netz der Fettspinne und wird dort überwältigt.  Nach oben sind die Netze der Fettspinne mit Spannfäden befestigt.

Fettspinne mit Beute

Ganzjährig sind reife Exemplare der Fettspinne anzutreffen.

Gebänderte Bodenspringspinne (Phlegra fasciata)

Die Gattung Phlegra ist mit wenigen ähnlichen aussehenden Arten in Europa vertreten.

Die gebänderte Boden-Springspinne lebt typischerweise in Ödland oder Trockenrasengebieten. Auch steinige ehemalige Nutzgebiete wie Kiesgruben etc. bewohnt sie. Sie ist in ganz Europa verbreitet, allerdings immer nur sehr geringer Individuendichte. Da sie sonnenliebend ist, trifft man sie öfter an typischen Wärmeinseln an.

Sie bewegt sich geschickt über kleine Steine und Hindernisse, bleibt dabei aber immer in Bodennähe. In der Bewegung wechseln größere Sprunge und längere gelaufene Strecken ab. Zur Not kann sie auch an Hindernissen senkrecht hoch laufen. Es ist recht schwer sie am Boden zu entdecken. Eigentlich sieht man sie nur, wenn man ruhig sitzt und sie zufällig vorbei läuft.

Boden-Springspinne

Die Körperlänge liegt zwischen 4 – 8mm. Die Weibchen besitzen eine auffällige Zeichnung, durch welche sie gut von anderen Springspinnen zu unterscheiden sind. Ihr Körper hat eine braun-schwarze Grundfärbung. Auf dem Vorderkörper laufen 2, auf dem Hinterleib 3 hellbraune, breite Längsbinden. Durch ihre Zeichnung ist sie am Boden sehr gut getarnt. Kopf und Beine der Weibchen sind gefleckt bis gestreift (Foto).

Die Männchen sind schwächer gezeichnet und besitzen völlig schwarze Beine. Um ihre Frontalaugen besitzen sie schmale weiße Ringe

Von Ende Mai bis August können reife Individuen der gebänderten Boden-Springspinne beobachtet werden.

Wie alle Springspinnen baut sie keine Fangnetze, sondern erbeutet ihre Opfer in freier Jagd. Dabei wartet sie meist unbeweglich in geschützter Stellung. Ist die Beute nah genug, wird sie mit einem kräftigen Sprung überwältigt.

 

Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus)

Mit einer Körperlänge von bis zu 2,2 cm der Weibchen zählt die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) zu unseren größten heimischen Spinnenarten. Im Aussehen ähnelt sie den deutlich kleineren Wolfsspinnen der Gattung Pirate sehr. Ihr fehlt jedoch die für diese Arten typische Zeichnung des Vorderkörpers.


Gattung Pirate

Sie kommt bevorzugt in wassernahen Lebensräumen wie Mooren, Feuchtwiesen, oder Bruchwäldern vor. Da diese Lebensräume immer mehr zurückgehen, ist auch die Gerandete Jagdspinne seltener geworden und auf der Roten Liste unter gefährdet eingestuft. Die Spinnen dieser Art sind wie die Piratenspinnen auch in der Lage durch feine Härchen an den Beinen die Oberflächenspannung des Wassers auszunutzen und wie ein Wasserläufer auf der Wasserfläche zu laufen.

Auch zu kurzen Tauchgängen sind sie befähigt. Dadurch gehören auch Wassertiere zu ihrer Beute und es kann durchaus mal vorkommen, dass sie sich eine Kaulquappe oder einen kleinen Fisch schnappen. Durch ihre Größe und die kräftigen Kieferklauen sind sie anderen Spinnen oft überlegen und auch diese werden hin und wieder mal erbeutet.

gerandete Jagdspinne
Foto: Matthias Zimmermann

Wie andere Arten aus der Familie der Raubspinnen und die gesamte Familie der Wolfsspinnen auch bauen Gerandete Jagdspinnen kein Fangnetz sondern operieren als Anschleich- oder Lauerjäger. War die Spinne dabei erfolgreich, wird Beute mit den Kieferklauen durchgewalkt und dabei mit einem Verdauungssekret durchmischt. Den vorverdauten Nahrungsbrei schlürft die sie dann mit Hilfe eines Saugmagens ein.

Mit Beute

Die Fortpflanzungszeit beginnt etwa im Mai. Ab Ende Juni kann man die Weibchen dann mit Eikokons beobachten, die sie zwischen den Kieferklauen umhertragen und kurz vor dem Schlüpfen in die Vegetation absetzen. Die Jungspinnen werden von den Weibchen in einem Schutzgespinst noch einige Zeit bewacht.

Jagdspinne mit Jungtieren gerandete Jagdspinne mit Eikokon
Mit Eikokon

Mit Jungspinnen

Die jungen Spinnen sind eher gelblich gefärbt und halten sich oft auf Pflanzenteilen auf.

 

 

südliche Glanz-Krabbenspinne (Synaema globosum)

Die südliche Glanz-Krabbenspinne ist in Deutschland extrem selten zu finden (Rote Liste) und eigentlich im Mittelmeerraum heimisch. Natürlich ist sie sehr wärmeliebend und sonnenhungrig, so dass sie nur in Wärmeinseln bei uns überleben kann. Im Mittelmeerraum ist sie dagegen eine häufige Spinnenart.

Meist sitzt sie in den Blüten von Doldenblütlern. Wie fast alle Krabbenspinnen ist sie dabei optimal getarnt und für ihre Opfer nur sehr schwer zu entdecken. Sie zieht daher gelbe und weiße Blüten zur Tarnung vor. Sie ist auf sonnigen Wiesen und Waldrändern zuhause.

Krabbenspinnen sind durch ihren Körperbau leicht zu erkennen. Der Körper der Krabbenspinnen ist länglich und verbreitet. Auffällig ist die unterschiedliche Länge ihrer Beinpaare, wobei die beiden Vorderbeinpaare deutlich länger und kräftiger sind.

Wird die Glanzkrabbenspinne angegriffen hebt sie ihre Vorderbeine zur Verteidigung.

Ihren Namen haben die Krabbenspinnen durch ihren krabbenartigen Gang erhalten.

In Europa umfasst die Familie der Krabbenspinnen ca. 40 Arten. Neben den Springspinnen und Radnetzspinnen sind es sicher die häufigsten Spinnen in unserer heimischen Natur.

Nach vorn blicken Krabbenspinnen aus 2 Augenpaaren, wobei die größeren Augen außen liegen und die inneren 2 Augen relativ weit voneinander entfernt sind..

Auf dem Kopf über den Augen befindet sich noch eine Reihe aus 4 Augen, welche bei der Glanzkrabbenspinne nur schwer zu erkennen sind.

Die großen Weibchen erreichen eine Körperlänge von 8mm, wie auf den Fotos hier zu sehen. Die Männchen bleiben mit 4mm Körperlänge nur halb so groß.

Die Beine (besonders die Hinterbeine) der Glanzkrabbenspinne sind hell-dunkel geringelt


Foto: Danijel

Der gesamte Spinnenkörper ist stark glänzend, was ihr auch den Namen gegeben hat. Der Vorderkörper und die vordern Beine sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt.

Nur ein kleiner Ring um die Augen ist heller gefärbt.

Der Hinterleib ist gelb, weiß oder rot mit einer schwarzen Zeichnung. Ein Farbwechsel wie bei der veränderlichen Krabbenspinne findet nicht statt.

Typisch für diese Art ist diese fischgrätenartige Zeichnung auf dem Hinterleib (Foto). Durch diese Zeichnung kann die Art sicher bestimmt werden.

Krabbenspinnen sind  Ansitzjäger, die keine Fangnetze bauen, d.h. sie sitzen ganz ruhig und warten bis sich eine Beute nähert. Ist diese nah genug, schnellen sie blitzschnell vor und überwältigen die Beute. Da die beiden vorderen Beinpaare deutlich länger als die hinteren sind, können hiermit die gefangenen Opfer festgehalten und so weit vom Körper ferngehalten werden, dass sie nicht stechen können. Sofort spritzt die Spinne ihren Verdauungssaft in den Körper des Insekts und kann kurz danach das Insekt aussaugen. Nicht nur kleine Insekten werden Opfer der Krabbenspinnen. Auch Hornissen, große Falter und vor allem Käfer fallen ihnen zum Opfer.

Reife Glanzkrabbenspinnen findet man von Mai bis Juli.

 

 

Hausspinne (Tegenaria atrica)

Einführung und Verbreitung
Die Hausspinne lebt in ganz Mitteleuropa. Wie der Name schon sagt, vorzugsweise in Gebäuden, aber auch in Höhlen oder zwischen Steinen. Neben der Kreuzspinne ist sie die bekannteste Spinne überhaupt.

Winkelspinne

Körperbau
Wie alle Spinnen der Gattung Tegenaria verfügt die Hausspinne über sehr lange Beine und einen schmalen Vorderkörper. Die Weibchen besitzen ein Körperlänge (ohne die langen Beine) von fast 2 cm, die Männchen erreichen nur 12 – 15 mm.

Die Hausspinne haben gleich große Augen, welche in zwei Reihen angeordnet sind.
Der Körper ist hellbraun gefärbt und weißt eine dunkelbraune Zeichnung auf. Auf dem Vorderköper sind 2 Längsbinden zu erkennen, während der Hinterleib eher gefleckt erscheint und in der Mitte sogenannte „Winkelflecken“ zeigt. Die langen Beine sind einfarbig grau-braun. Dies unterscheidet sie von anderen Spinnen der Gattung Tegenaria, die nicht nur kleiner sind, sondern vor allem gefleckte Beine haben. Der weiche Körper ist mit vielen borstigen Haaren versehen.

Winkelspinne

Verhalten
Hinter Möbeln oder Gerümpel baut die Hausspinne ihr Trichternetz. Der etwas unordentlich aussehende Netzteppich geht am Ende in eine Art „Wohnröhre“ über. In diesem Netz hält sie sich den ganzen Tag verborgen. Als nachtaktive Spinne verlässt die Hausspinne erst in den dunklen Nachtstunden ihr Netz; bleibt aber meist in deren Nähe. Anders die Männchen, welche auf der Suche nach Weibchen ihr Biotop „Haus“ durchstreifen. Dabei kann es passieren, dass sie in „Spinnenfallen“ wie z.B. Waschbecken, Duschen oder Badewannen geraten und sich wegen der glatten Wände nicht selber befreien können. Die Weibchen verlassen ihr Netz nur um neue Jagdgebiete zu erkunden, wenn das bisherige zu unergiebig geworden ist. Dabei spinnt sie nicht nur eigene Netze, sondern übernimmt auch fremde Netze bzw. vertreibt sogar kleinere Hauspinnen aus ihren Netzen.


Fällt ihr ein kleines Insekt (z.B. Fliegen, Mücken) zum Opfer wird dies nicht, wie sonst bei Spinnen üblich, ausgesaugt, sondern zerkleinert und als „Brei“ aufgenommen. Daher dauert die Aufnahme von Insekten ca. doppelt so lange, wie bei der „herkömmlichen“ Nahrungsaufnahme von Spinnen.

Hausspinnen

Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung dauert mehrere Stunden an. Ähnlich wie die Wolfspinne nähert sich das Männchen dem Spinnenweibchen mit heftigen Taster- und Körperbewegungen, um nicht als Beute gefressen zu werden. In den Pausen sitzen die Partner friedlich nebeneinander.

Männchen findet man zwischen Juni und Oktober, die Weibchen hingen das ganze Jahr über. Die Hausspinne kann bis zu 6 Jahre alt werden. Trotz ihres großen Körpers ist die Hausspinne nicht sehr wehrhaft und wird häufiger von kleineren Spinnen überwältigt.